17.7.2026
Bio-Obst aus Perpignan: Zu Besuch bei Jacques und Serge
Auf unserer Sommer-Reise nach Perpignan besuchen wir Jacques und Serge. Sie bauen Pfirsiche, Nektarinen und Feigen für unsere Bio-Körbe an und zeigen uns, wie viel Arbeit hinter den Sommerfrüchten steckt.
Bio-Obst aus Perpignan: Zu Besuch bei Jacques und Serge
Fruchtbare Region zwischen Meer und Pyrenäen
Die ganze Region um Perpignan ist seit den Römern für ihr günstiges Klima zum Anbau von Lebensmitteln und Früchten bekannt. Drei Flüsse versorgen die Gegend mit Wasser aus den Pyrenäen. Ein leichter Luftzug zwischen Meer und Gebirge sorgt dafür, dass sich wenig Schimmel und Pilze an den Pflanzen ausbreiten können.
Seit einigen Jahren hat die Region jedoch auch mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen. Lange Dürreperioden und Wasserknappheit wechseln sich mit heftigen Regengüssen ab.
Hunderte Pfirsich- und Nektarinensorten
Jacques zeigt uns seine rund 30 Hektaren grosse Plantage. Er baut primär Nektarinen und Pfirsiche an. Wir kennen unterdessen flache und runde, gelbe und weisse Pfirsiche und Nektarinen. Von allen gibt es jedoch Hunderte verschiedene Sorten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen.
Jede Sorte hat eine Erntezeit von ein bis zwei Wochen. Nathalie von Alterbio unterstützt die Bauern bei der Planung der verschiedenen Sorten, sodass sie während der Erntezeit von Juni bis August möglichst durchgehend ernten können.
Jacques versucht seit einigen Jahren, sich an die klimatischen Veränderungen anzupassen. Zusätzlich baut er deshalb Zitrusfrüchte wie Mandarinen und Orangen an. Diese werden bisher eher in Spanien angebaut und kommen mit den Hitzeperioden besser klar.
Alle Bauern setzen auf spezifische Tröpfchenbewässerungssysteme. Sensoren messen die Feuchtigkeit im Boden, damit nur so viel Wasser wie nötig eingesetzt wird.
Zwischen Wetterextremen und hohen Kosten
Im vergangenen Jahr war jedoch nicht die Trockenheit, sondern zu viel Wasser das Problem: Jacques verlor dadurch 80 Prozent seiner Ernte.
Er betreibt den Hof gemeinsam mit seinem Bruder und seinem Neffen. Während der Erntesaison werden sie von rund zehn Erntehelfern unterstützt. Diese verdienen in Frankreich etwa 15 Euro pro Stunde und damit deutlich mehr als in Spanien, wo der Stundenlohn bei rund 8 Euro liegt.
Jacques und andere französische Produzenten versuchen, diesen Kostenunterschied mit biologischem Anbau und hoher Qualität auszugleichen. Alterbio unterstützt sie dabei und exportiert ihre Früchte für uns in die Schweiz.
Feigen, die laufend nachwachsen
Anschliessend zeigt uns Serge seine liebevoll gepflegten Feigenbäume. Bei ihnen verlängert sich die Erntezeit laufend: An den Trieben wächst mit jedem neuen Blatt eine weitere Feige. Während rund zwei Monaten werden deshalb alle zwei Tage reife Früchte geerntet.
Serge bekämpft schädliche Fliegen, indem er befallene Früchte von Hand entfernt, bevor sich die Schädlinge weiter vermehren können. Eine aufwendige Arbeit in der Biolandwirtschaft. Im Gegensatz zu den Schädlingen bei den Nektarinen gibt es für diese Fliegen noch keine spezifischen Lockstofffallen mit Pheromonen, also Sexuallockstoffen.
Abkühlung und neue Wertschätzung
Nach drei Stunden Rundgang bei 42 Grad Celsius sind wir Bürogummis nahe am Hitzekollaps und werden von Jacques mit einem Wasserkanister wieder liebevoll bewässert.
Der Besuch macht uns milder und verständnisvoller. Wir merken, wie viel Arbeit hinter den Früchten steckt – und wie hoch unsere Ansprüche geworden sind.
Herzlichen Dank an Jacques und Serge sowie an Sara und Nathalie von Alterbio, dass sie uns ihren Alltag gezeigt und ihr Wissen mit uns geteilt haben. Uns alle verbindet dasselbe Ziel: für euch möglichst saftige, süsse und knackige Bio-Früchte anzubauen, sorgfältig auszuwählen – aRmin steigt dafür auch gerne mal selbst auf den Baum – und zu liefern.